Zinsbindungsfrist und Anschlussfinanzierung den Schrecken nehmen

Autor: Max Paul (max-2004[at]gmx.de)
Kategorie: Immobilien, Kredite
vom: 29. August 2007

Zu den zentralen
Kriterien eines Hypothekendarlehens
gehört neben der Tilgungshöhe auch die Zinsbindung. Diese bestimmt, über
welchen Zeitraum die monatliche Rate läuft, die, wie beim klassischen
Amortisations- oder Annuitätendarlehen,
gleich bleibend hohe Anteile an Zins- und Tilgungsanteilen beinhaltet. War es
in der Vergangenheit oft so, dass Banken mit ihren Kunden Laufzeiten von
zwischen fünf und zehn Jahren vereinbart hatten, wählen heutzutage viele eine
längere Zinsbindungsfrist von beispielsweise 15, 20 oder mehr Jahren.

Der Grund dafür
liegt beim aktuellen historischen Zinstief, dass der Häuslebauer noch schnell
nutzen sollte, bevor es naturgemäß wieder zu einem Anstieg der Bauzinsen kommt.
Experten sprechen von einem Zinsanstieg, der schon in der zweiten Jahreshälfte
greifen soll.

Kurze Zinsbindungen
machen nur dann Sinn, wenn man ein Darlehen unter einem erhöhten Zinsniveau
abschließen muss. Sollte sich der Zinssatz nach dem Ablauf dieser Frist jedoch
weiter erhöht haben, wird eine Anschlussfinanzierung meist teuer.

Wenn die Zinsbindung
des Altdarlehens ausläuft, ist meist noch eine Restschuld vorhanden, wie
wiederum finanziert werden muss.          

Viele
Darlehensnehmer vertrauen da allein ihrer Hausbank und prolongieren oftmals
auch aus Gründen der Bequemlichkeit. Aber wer sich nicht rechtzeitig auch
Konkurrenzangebote beschafft hat, muss damit rechnen, nicht die besten
Konditionen genutzt zu haben.

Wer jedoch mit den
Angeboten seiner Bank nicht zufrieden ist, hat auch die Möglichkeit, einen
Bankenwechsel vorzunehmen. Nach dem Ablauf der Zinsbindungsfrist gestaltet sich
dieser meist problemlos. Wer sich dann für einen günstigeren Geldgeber
entscheidet, kann unter Umständen mehrere Tausend Euro einsparen.

Ganz gleich, welche
Zinsbindung beim Abschluss eines Erstdarlehens gewählt wurde; der Immobilienbesitzer
sollte in jedem Falle ein Verlängerungsangebot der Hausbank genau unter die
Lupe nehmen und dieses auch mit Angeboten anderer Finanzdienstleister und
Direktbanken vergleichen.

Bereits Monate vor
dem Ablauf muss sich der Darlehensnehmer einen Überblick über Konditionen
unterschiedlicher Anbieter verschaffen, da man sonst Zugzwang gerät und Gefahr
läuft, ein optimales Finanzierungsangebot anderswo verpasst zu haben.




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