Liechtenstein und die Geldanlage im Ausland

Autor: Daniel Franke (info[at]franke-media.net)
Kategorie: Geldanlagen
vom: 22. Februar 2008

Der gerade in den Medien kursierende Steuerhinterziehungsskandal zeigt dem ehrlichen Anleger nur eines: betrogen wird an allen Ecken und in allen Positionen. Dass deutsche Banken bei der Suche nach einer Vermögensverwaltung im Ausland sogar noch behilflich waren, wundert nur diejenigen, denen das wirtschaftliche Denken dazu fehlt. Gerade bei Banken wird mit Aussicht auf die zu erzielenden Honorare oftmals jede Moral und Ethik über Bord gekippt. Gewinne müssen her, koste es was es wolle, und sei es auch noch so illegal. Da werden Gelder über ausländische Tochtergesellschaften ins Ausland verschoben und Stiftungen gegründet, innerhalb deren dann die Vermögensverwaltung am Fiskus vorbei durchgeführt wird.

Ganz klar, dass sich hier der normale, Steuern zahlende Anleger auf den Arm genommen vorkommt, denn ihm stehen diese Möglichkeiten in aller Regel nicht zur Verfügung, da die Mindestanlagesummen einfach zu hoch sind. Angesichts des Schadens, der dem deutschen Fiskus aufgrund von Steuerfehleinnahmen durch derartige Verschiebeaktionen entsteht, ist es auch nicht weiter verwunderlich, wenn neue Gesetze und Reformen gefordert werden, die diesem Treiben Einhalt gebieten.

Grundsätzlich ist gegen eine Geldanlage im Ausland nichts einzuwenden, ein besser geschütztes Bankgeheimnis oder auch die Ausnutzung diverser Vorteile im Hinblick auf die ab 2009 geltende Abgeltungssteuer sprechen sogar deutlich für die Verlagerung der eigenen Geldanlage ins Ausland. Jedoch währt ehrlich hierbei immer noch am längsten und wer seine im Ausland erzielten Zinsen und Erträge komplett offen legt, kann auch dem Fiskus bei einer eventuellen Prüfung ins Gesicht sehen.

Betrachtet man die ganzen Vorteile, die sich zum Beispiel durch die Ausnutzung steuerlicher Besonderheiten bei der Abgeltungssteuer, innovativen Finanzprodukten oder auch Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem Land ergeben, in welchem das Geld angelegt wird, dann stellt sich den meisten Privatanlegern die Frage, weshalb eine kleine Minderheit derart viel kriminelle Energie aufwendet, um ihr ohnehin schon nicht gerade kleines Vermögen ins Ausland zu schaffen und dort heimlich am Fiskus vorbei zu verdienen.




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